Spielregeln von Sepak Takraw
Die Regeln von Sepaktakraw (und die vorgenommenen Änderungen) wurden vom
internationalen Sepaktakraw Verband bei einem Kongress am 23. November 1996
in Bangkok, Thailand beschlossen.
Neue Änderungen können nur mit der Zustimmung von der ISTAF (International
Sepaktakraw Federation) vorgenommen werden.
Zur Vereinfachung wird in diesen Regeln nur die männliche Form verwendet,
sie bezieht sich aber immer auf die männliche und die weibliche Form.
1. DAS SPIELFELD
1.1. Die Grösse des Spielfeldes ist 13.4 m x 6.1 m, frei
von allen Hindernissen bis zu einer Höhe von 8 m vom Boden gemessen (Sand-
und Grasunterlagen werden nicht empfohlen).
1.2. Die Linien, welche das Spielfeld markieren dürfen
nicht breiter als 0.04 m sein und müssen gegen das Innere des abgemessenen
Spielfeldes verlegt werden. Alle Spielfeldbegrenzungen müssen mindestens
3.0 m Abstand zum nächsten Hindernis haben.
1.3. Die Mittellinie:
Die Mittellinie hat eine Breite von 0.02 m und teilt das Spielfeld in zwei gleiche
Hälften.
1.4. Der Viertelkreis:
In allen vier Ecken, gebildet von der Mittellinie und der Spielfeldbegrenzung
befindet sich ein Viertelkreis mit Innenradius
von 0.9 m.
1.5. Der Anspielkreis:
Der Mittelpunkt des Anspielkreises, mit einem Innenradius von 0.3 m, befindet
sich auf jeder Spielhälfte, 2.45 m von der
Grundlinie und 3.05 m von den Seitenlinien entfernt. Die Breite der Linien beträgt
0.04 m.
2. DIE NETZPFOSTEN
2.1. Die Höhe der Netzpfosten beträgt 1.55 m für
Männer und 1.45 m für Frauen. Sie müssen standhaft genug sein,
um eine hohe Netzspannung zu gewährleisten. Sie müssen aus einem stabilen
Material sein und dürfen einen Radius
von maximal 0.04 m haben.
2.2. Position der Netzpfosten:
Die Netzpfosten werden in 0.3 m Abstand von der Seitenlinie, in der Verlängerung
der Mittellinie plaziert.
3 DAS NETZ
3.1. Das Netz besteht aus feiner Natur- oder Kunstfaserschnur
mit einer Maschenweite von
0.06 m x 0.08 m. Die Breite beträgt 0.7 m, die Mindestlänge 6.10 m.
Ober- und Seitenkanten müssen beidseitig mit einem
0.05 m breiten Band abgeschlossen werden.
3.2. Die Ober- und Unterkante des Netzes wird mit einem 0.05
m breiten Doppelband verstärkt und von einer feinen Natur- oder
Kunstfaserschnur unterstützt, welche durch das Band gezogen und an den
Netzpfosten befestigt wird. Die Höhe des Netzes muss
in der Mitte 1.52 m (1.42 m für Frauen) und bei den Netzpfosten 1.55 m
(1.45 für Frauen) betragen.
4. DER SEPAKTAKRAW BALL
Der Sepaktakraw Ball ist rund und aus einem geflochtenen Band, hat 12 Löcher
und
20 Schnittpunkte. Das Material ist Kunststoff oder Rattan. Wenn er aus Rattan
gemacht wird besteht er aus 9-11 STRAINS.
Der Umfang darf 0.42 m nicht unterschreiten und 0.44 m nicht überschreiten
(0.43 m - 0.45 m für Frauen).
Das Gewicht vor Spielbeginn darf 170 g nicht unterschreiten und 180 g nicht
überschreiten (150 g - 160 g für Frauen).
5. DIE SPIELER
5.1. Das Spiel wird zwischen zwei Mannschaften, "Regu's"
genannt, gespielt. Jedes "Regu" besteht aus drei Spielern.
5.2. Einer der drei Spieler steht hinten im Feld, er wird "Back"
genannt.
5.3. Die zwei anderen Spieler stehen links und rechts vor dem
Netz. Der Spieler auf der linken Seite wird "Left Inside",
der Spieler auf der rechten Seite wird "Right Inside" genannt.
6. AUSRÜSTUNG DER SPIELER
6.1. Die Spieler tragen Jerseys/ T-Shirts, Shorts (Frauen rundkragen
T-Shirt, knielange Shorts)
und Sportschuhe mit Gummisohlen. Es dürfen keine Sachen getragen werden,
welche die Gegenspieler während des Spiels
gefährden. Bei kühler Witterung darf im Trainingsanzug gespielt werden.
6.2. Die gesamte Erscheinung des Spielers wird als Teil seines Körpers
betrachtet. Alle Jerseys/ T-Shirts müssen eingenäht sein.
6.3. Jegliche Hilfsmittel zur Verbesserung der Ballgeschwindigkeit
oder zur Verbesserung der Spielerbeweglichkeit,
sind verboten.
6.4. Der Mannschaftsführer von jedem "Regu" muss am
linken Arm eine Armbinde tragen.
6.5. Alle Spielertrikots müssen am Rücken numeriert sein.
Jedem Spieler wird während einem Turnier eine fixe Nummer zugeteilt.
Nur Nummern von 1 - 15 sind erlaubt. Die Grösse der Nummer muss mindestens
19 cm in der Höhe betragen.
7. AUSWECHSLUNG
7.1. Eine Auswechslung eines Spielers ist jederzeit, auf Gesuch
des Trainers beim Schiedsrichter, erlaubt, wenn der Ball
nicht im Spiel ist.
7.2. Jedes "Regu" darf nur eine Auswechslung vornehmen.
7.3. Ein Spieler welcher vom Schiedsrichter vom Platz gestellt
wird, kann ausgewechselt werden sofern noch keine Auswechslung
vorgenommen worden ist.
7.4. Ein Spieler darf nur in einem "Regu" spielen.
Ein Wechsel der Zusammensetzung der "Regus" eines Teams ist während
eines Turniers nicht erlaubt.
7.5. Hat ein "Regu" weniger als 3 einsetzbare Spieler,
resultiert eine "Forfait" Niederlage.
8. OFFIZIELLE
Das Spiel wird von folgenden Offiziellen geleitet:
i) 1 Hauptschiedsrichter
ii) 2 Schiedsrichtern
iii) 6 Linienrichter (4 an den Seitenlinien und 2 an der Grundlinie)
9. DER MÜNZWURF UND DAS AUFWÄRMEN
Vor Beginn des Spiels wird per Münzwurf entschieden welches Team die Wahl
zwischen "First Serving" (Erstaufschlag) und "Choosing Side"
(Seitenwahl) hat.
Das "First Serving" Team darf zuerst 2 Minuten aufwärmen danach
das "Choosing Side" Team. Während dem Aufwärmen
dürfen sich höchstens 5 Personen auf dem Spielfeld befinden.
10. POSITION DER SPIELER WÄHREND DES SERVICES
10.1. Zu Beginn des Spiels befinden sich die Spieler in ihrer
jeweiligen Platzhälfte.
10.2. Der serviceführende "Back" Spieler muss
mit einem Fuss im Servicekreis stehen. Mit dem anderen Fuss wird der Service
gespielt.
10.3. Die beiden "Inside" Spieler des serviceführenden
Teams müssen in ihren jeweiligen Viertelkreisen stehen.
10.4. Die Spieler des serviceannehmenden Teams dürfen sich beliebig
auf ihrer Spielfeldhälfte positionieren.
11. DER BEGINN DES SPIELS UND DER SERVICE
11.1. Das "First Serving" Team beginnt den ersten
Satz. Die Gewinner des ersten Satzes beginnen, nach einem Seitenwechsel, den
zweiten Satz.
11.2. Der Wurf zum Service muss sofort nach der Durchsage des Spielstandes
durch den Schiedsrichters erfolgen.
Erfolgt der Wurf zum Service vor der Durchsage, muss er wiederholt werden und
gegen den Werfer wird eine Warnung ausgesprochen.
11.3. Sobald der Service vom aufschlagenden Spieler gespielt wurde,
dürfen sich die beiden "Inside" Spieler frei auf ihrer
Spielfelhälfte bewegen.
11.4. Der Service ist gültig, wenn er das Netz zwischen den beiden
Seitenmarkierungen überfliegt, und innerhalb der
gegnerischen Spielfelhälfte zu Boden kommt. Netzberührungen sind erlaubt.
11.5. Die Ausführung des Services durch den "Back" Spieler
darf beliebig erfolgen,
immer vorausgesetzt das ein Fuss den Boden innerhalb des Servicekreises berührt.
12. FOULS
12.1. Mögliche Fehler des serviceführenden Teams
während des Services.
12.1.1. Der "Inside" Spieler, welcher den Wurf zum Services
ausführt, spielt mit dem Ball (Ball in die Luft werfen,
Ball einem anderen Spieler geben ....), nachdem die Durchsage des Spielstandes
durch den Schiedsrichter erfolgte.
12.1.2. Der "Inside" Spieler hebt seine Füsse, verlässt
den Viertelkreis, oder berührt das Netz, während er den Ball wirft.
12.1.3. Der "Back" Spieler verlässt während dem
Schlagen des Balles mit dem anderen Fuss den Servicekreis oder berührt
den
Boden nicht mehr.
12.1.4. Der "Back" Spieler trifft den Ball nicht.
12.1.5. Der Ball berührt einen Mitspieler bevor er das Netz überquert.
12.1.6. Der Ball fällt ausserhalb der gegnerischen Spielfeldhälfte
zu Boden.
12.1.7. Der Ball gelangt nicht übers Netz.
12.2. Mögliche Fehler des serviceannehmenden Teams während
des Services.
Das Team stört durch sein Verhalten (Zurufe, Lärm ....) das aufschlagende
Team.
12.3. Mögliche Fehler während des Spieles.
12.3.1. Übertreten der Mittellinie.
12.3.2. Berühren des Balls auf der gegnerischen Seite.
12.3.3. Ein beliebiger Körperteil eines Spielers ragt in die gegnerische
Spielhälfte, oberhalb oder unterhalb des Netzes, wenn der Ball nicht gespielt
wird.
12.3.4. Der Ball wird mehr als 3 mal in Folge berührt.
12.3.5. Der Ball berührt einen Arm.
12.3.6. Der Ball rollt dem Körper entlang (Bodyroll).
12.3.7. Der Ball wird gestoppt oder gefangen (unter dem Arm, zwischen den Beinen
...).
12.3.8. Ein beliebiger Körperteil eines Spielers berührt das Netz,
die Netzpfosten oder den Schiedsrichterstuhl.
12.3.9. Der Ball berührt die Decke oder Wand (jede Berührung mit einem
Objekt).
12.3.10. Ein Spieler verzögert das Spiel unnötigerweise.
13. SERVICEWECHSEL (SERVICE OVER)
Ein Servicewechsel erfolgt sobald das serviceführende Team einen Fehler
begeht.
14. TIME OUT
Jedes "Regu" darf einmal pro Satz ein 1 Minute dauerndes "Time
Out" verlangen, wenn der Ball nicht im Spiel ist.
Das "Time Out" kann vom Trainer oder vom Teammanager eingereicht werden.
Während des "Time Out's" dürfen sich nie mehr
als 5 Personen auf dem Spielfeld aufhalten.
15. ERZIELEN VON PUNKTEN
Ein Punkt wird dem serviceführenden Team gegeben, wenn das gegnerische
Team einen Fehler (siehe Punkt 12 der Regeln) begeht.
16. PUNKTEWERTUNGSYSTEM
16.1. Der Satz wird von dem Team gewonnen, welches zuerst 15 Punkte erreicht.
16.2. Nach jedem Satz gibt es eine 2 Minuten Pause.
16.3. Falls jedes "Regu" einen Satz gewinnt, kommt es zu einem Entscheidungssatz,
genannt "Tie Break". Das "Tie Break" wird mit 6 Punkten
gewonnen.
16.4. Vor dem "Tie Break" wird erneut ein Münzwurf um den Service
(siehe Punkt 9 der Regeln) durchgeführt.
16.5. Ein Seitenwechsel im "Tie Break" erfolgt, sobald ein "Regu"
3 Punkte erreicht hat.
17. VORÜBERGEHENDER SPIELUNTERBRECHUNG
17.1. Der Schiedsrichter hat die Möglichkeit das Spiel vorübergehend
(maximal 5 Minuten)
zu unterbrechen, wenn eine Störung oder Behinderung von aussen oder eine
Verletzung eines Spielers vorliegt.
17.2. Ein verletzter Spieler hat Recht auf eine maximal 5 Minuten dauernde Verletzungspause.
Kann der Spieler nach der Pause nicht weiter spielen muss ein Auswechslung vorgenommen
werden. Wenn früher schon eine
Auswechslung vorgenommen wurde, wird das Spiel abgebrochen und eine Forfait
Niederlage ausgesprochen.
17.3. Während einer solchen Spielunterbrechung ist es den Spielern nicht
erlaubt den Platz zu verlassen, Getränke zu
konsumieren oder Hilfe von Aussen zu empfangen.
18. DISZIPLIN
18.1. Jeder Spieler muss sich an die Regeln des Spieles halten.
18.2. Nur der Mannschaftsführer (Captain) eines "Regu" darf sich
während des Spiels an den Schiedsrichter wenden.
19. STRAFEN
Folgende Vergehen werden bestraft:
19.1. Durch Worte oder Verhalten eine abweichende Meinung, zu einem Schiedsrichterspruch
kundtun, gegenüber jedem Spieler
oder Zuschauer.
19.2. Gebrauch von Fluchwörtern oder von beleidigender Sprache gegenüber
Offiziellen, Spielern oder Zuschauern.
19.3. Den Versuch einen Schiedsrichterentscheid mit unsauberen Schritten zu
beeinflussen.
19.4. Verlassen des Spielfeldes ohne Erlaubnis des Schiedsrichters (Ausnahme
in der Pause zwischen zweiten und dritten Satz).
19.5. Übergabe des Balles an den Gegner mittels Fusskick.
19.6. Unsportliches Verhalten.
19.7. Nichteinhaltung der Regeln des Spieles oder Nichtbefolgung von Anordnungen
der Schiedsrichter.
Spieler welche ein Vergehen nach Punkt 19 begehen werden vom Schiedsrichter
bestraft.
Der Schiedsrichter kann folgende Karten einsetzen.
Gelbe Karte - Verwarnung
Rote Karte - Ausschluss
Die Rote Karte wird bei folgenden absichtlichen Vergehen ausgesprochen.
i) Anhaltendes schlechtes Benehmen nachdem eine Verwarnung ausgesprochen wurde.
ii) Gewalttätiges Verhalten (Spucken, Kicken, Schlagen ....).
iii) Gebrauch von Fluchwörtern oder beleidigender Sprache
Bemerkung: Jeder Spieler, dem die Rote Karte gezeigt wurde muss das Spielfeld
verlassen und es werden Disziplinarmassnahmen
eingeleitet. Der betroffene Spieler darf in keinem anderen Spiel teilnehmen,
bis die Sanktionen ausgesprochen wurde.
20. FEHLVERHALTEN VON TEAMOFFIZILLEN
Disziplinarmassnahmen werden gegen Team Offizielle oder sein Team ausgesprochen,
wenn ein Team Offizieller oder das Team
den Spielbetrieb während eines Turniers stört.
21. ALLGEMEINES
Für den Fall das Fragen auftauchen oder Situationen eintreffen auf welche
sich in diesen Regeln keine eindeutigen Antworten finden, ist die vom Hauptschiedsrichter
getroffene Entscheidung endgültig.